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url: 'https://www.corbado.com/de/blog/passkeys-lokale-biometrie-native-apps'
title: 'Native Apps: Passkeys vs. lokale Biometrie'
description: 'Wir erklären die Vorteile der gemeinsamen Nutzung von Passkeys und lokaler Biometrie für optimale App-Sicherheit und einen reibungslosen Nutzerzugang.'
lang: 'de'
author: 'Vincent Delitz'
date: '2025-06-03T15:52:45.726Z'
lastModified: '2026-08-29T06:01:49.255Z'
keywords: 'lokale biometrie, gerätebiometrie'
category: 'Passkeys Strategy'
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# Native Apps: Passkeys vs. lokale Biometrie

## 1. Einleitung

Seitdem biometrische Verfahren auf Mobiltelefonen zum Mainstream geworden sind, haben
viele [native Apps](https://www.corbado.com/de/blog/webauthn-relying-party-id-rpid-passkeys) begonnen, Funktionen
wie [Face ID](https://www.corbado.com/faq/is-face-id-passkey) oder Touch ID (oder das
[Android](https://www.corbado.com/blog/how-to-enable-passkeys-android)-Äquivalent) zu nutzen, um den App-Zugriff
zu schützen. Dieser lokale biometrische Schutz verbessert den Nutzerkomfort erheblich, da
er einen schnellen und reibungslosen Zugriff ermöglicht. Auf den ersten Blick mögen
Passkeys und lokale [Biometrie](https://www.corbado.com/de/blog/biometrie-payer-awareness) überflüssig
erscheinen, da bei beiden der Nutzer verifiziert wird. Aber sie dienen grundlegend
unterschiedlichen Zwecken. Dieser Artikel wird Folgendes untersuchen:

- **Passkeys vs. lokale Biometrie:** Wie unterscheiden sich lokale
  [Biometrie](https://www.corbado.com/de/blog/biometrie-payer-awareness) und Passkeys in ihren Rollen und
  Funktionen?
- **Passkeys zu Apps mit lokaler Biometrie hinzufügen:** Ist es sinnvoll, Passkeys zu Apps
  hinzuzufügen, die bereits [Biometrie](https://www.corbado.com/de/blog/biometrie-payer-awareness) nutzen? Was
  sind die Vorteile?

Am Ende dieses Artikels werden wir ein besseres Verständnis dafür haben, wann und wie wir
diese Lösungen gemeinsam nutzen können, um ein sichereres, benutzerfreundlicheres und
nahtloses App-Erlebnis zu schaffen. Wir werden auch praktische Szenarien skizzieren, in
denen die Kombination von Passkeys und lokaler Biometrie sowohl die
[Sicherheit](https://www.corbado.com/de/blog/vollstaendig-passwortlos-werden) als auch den Komfort verbessern
kann. So können [Entwickler](https://www.corbado.com/de/blog/passkeys-cheat-sheet) fundierte Entscheidungen
treffen, um die Bedürfnisse der Nutzer effektiv zu erfüllen.

## 2. Wie schützen lokale biometrische Daten Apps?

Lokale biometrische Authentifizierungsmethoden, wie Apples
[Face ID](https://www.corbado.com/faq/is-face-id-passkey), Touch ID oder die Biometrie-Funktionen von
[Android](https://www.corbado.com/blog/how-to-enable-passkeys-android), nutzen einzigartige physische Merkmale
(z. B. Gesichtszüge oder Fingerabdrücke), um die
[Identität](https://www.corbado.com/de/blog/digital-credentials-api) eines Nutzers zu überprüfen. Im Gegensatz zu
herkömmlichen PINs oder Passwörtern, die auf etwas basieren, das der Nutzer weiß, beruht
die Biometrie auf etwas, das dem Nutzer eigen ist. Diese Umstellung macht die wiederholte
Eingabe eines Codes überflüssig, was die Reibung erheblich reduziert und den täglichen
App-Zugriff schnell und sicher macht.

### 2.1 Geschichte der App-Sicherheit: Von PINs und Passwörtern zur Biometrie

Bevor biometrische Verfahren auf Mobiltelefonen zum Mainstream wurden, forderten Apps, die
sensible Inhalte schützen wollten, die Nutzer oft auf, bei jedem Start eine zusätzliche
PIN oder ein Passwort einzugeben. Dieser Ansatz erhöhte zwar die
[Sicherheit](https://www.corbado.com/de/blog/vollstaendig-passwortlos-werden), brachte aber auch zusätzliche
Unannehmlichkeiten mit sich, insbesondere wenn der Nutzer bereits zu Beginn seiner Sitzung
authentifiziert worden war. Die Einführung von gerätebasierter Gesichtserkennung und
Fingerabdruck-Scannern vereinfachte diesen Prozess. Anstatt wiederholt einen Code
einzutippen, konnte ein Nutzer die App nun mit einem schnellen Gesichtsscan oder einer
kurzen Berührung entsperren. Sollte die biometrische Prüfung aus irgendeinem Grund
fehlschlagen oder der Nutzer sie nicht aktivieren wollen, steht weiterhin eine PIN, ein
Passcode oder ein Passwort als Fallback zur Verfügung. Dieses Design gewährleistet sowohl
Komfort als auch Zugänglichkeit, ohne die
[Sicherheit](https://www.corbado.com/de/blog/vollstaendig-passwortlos-werden) zu beeinträchtigen.

### 2.2 Lokale Verifizierung vs. Remote-Authentifizierung

Es ist wichtig, zwischen lokalen biometrischen Prüfungen und vollständigen
Remote-Authentifizierungsereignissen zu unterscheiden. Eine
Remote-[Authentifizierung](https://www.corbado.com/de/blog/passkey-fallback-recovery) findet zu Beginn einer
neuen Sitzung statt und überprüft die [Identität](https://www.corbado.com/de/blog/digital-credentials-api) des
Nutzers anhand der Backend-Systeme des Dienstes mithilfe von Anmeldedaten wie Passwörtern
oder Passkeys. Dieser Schritt schafft Vertrauen zwischen dem Nutzer und dem Dienst.

Lokale Biometrie hingegen konzentriert sich auf die erneute Überprüfung der
[Identität](https://www.corbado.com/de/blog/digital-credentials-api) während einer laufenden, authentifizierten
Sitzung. Anstatt den Nutzer aufzufordern, Passwörter oder andere Anmeldedaten erneut
einzugeben, wenn er die App kurz verlässt oder sein Telefon sperrt, bestätigen lokale
biometrische Daten, dass derselbe autorisierte Nutzer immer noch die Kontrolle über das
Gerät hat. Diese gerätezentrierte Überprüfung erfordert keine Internetverbindung oder
Interaktion mit Remote-Servern, was sie im täglichen Gebrauch schnell, zuverlässig und
nahtlos macht.

### 2.3 Hardware-Sicherheitsmodule und Nicht-Übertragbarkeit

Biometrische Daten werden sicher in dedizierten Hardware-Sicherheitsmodulen gespeichert
und verarbeitet – wie der [Secure Enclave](https://www.corbado.com/glossary/secure-enclave) auf
[iOS](https://www.corbado.com/blog/how-to-enable-passkeys-ios) oder der Trusted Execution Environment (TEE) auf
[Android](https://www.corbado.com/blog/how-to-enable-passkeys-android). Diese vertrauenswürdigen Module sind so
konzipiert, dass sie sensible biometrische Daten vor Manipulation, Extraktion oder
Übertragung schützen.

Aufgrund dieser Verankerung auf Hardware-Ebene kann die biometrische Verifizierung nicht
einfach über Geräte oder Dienste hinweg geteilt werden. Die biometrischen Vorlagen jedes
Geräts bleiben für dieses spezielle Gerät einzigartig. Das stellt sicher, dass ein Nutzer
bei einem Wechsel zu einem neuen Telefon seine biometrischen Daten von Grund auf neu
registrieren muss. Obwohl dies beim Gerätewechsel einen kleinen Onboarding-Schritt
hinzufügt, schützt es vor unbefugtem Zugriff und verhindert Remote-Angriffe, die zentral
gespeicherte biometrische Daten ausnutzen könnten. Darüber hinaus funktionieren lokale
biometrische Verfahren ohne Internetverbindung, was sie auch dann zuverlässig macht, wenn
das Gerät offline ist.

### 2.4 Zusammenfassung: Lokale Biometrie

Lokale Biometrie optimiert die Sicherheit, indem sie überprüft, ob die Person, die das
Gerät gerade bedient, tatsächlich der rechtmäßige, bereits authentifizierte Nutzer ist.
Dies geschieht ohne die wiederholte Eingabe einer benutzerdefinierten PIN oder eines
Passworts, falls die App wichtige Funktionen wie
[Banking](https://www.corbado.com/de/blog/finom-passkeys-banking), [Versicherungen](https://www.corbado.com/passkeys-for-insurance) oder
andere persönliche Daten enthält.

Sie erhalten den Komfort, indem sie nahtlos und sofort auf dem Gerät funktionieren,
offline arbeiten und auf sichere Hardware-Enklaven zurückgreifen, um sensible biometrische
Daten zu schützen. Obwohl sie die Notwendigkeit einer anfänglichen
Remote-[Authentifizierung](https://www.corbado.com/de/blog/passkey-fallback-recovery) (wie mit einem Passkey oder
Passwort) zur erstmaligen Feststellung der Nutzeridentität nicht ersetzen können, eignen
sie sich sehr gut zur Verwaltung und zum Schutz nachfolgender, laufender Sitzungen.

Ihre Einschränkungen, wie die mangelnde Portabilität und die Notwendigkeit einer
Neuregistrierung auf neuen Geräten, sind Kompromisse zugunsten von erhöhtem Komfort und
strenger Sicherheit auf Geräteebene. Letztendlich dienen lokale biometrische Verfahren als
leistungsstarke, benutzerfreundliche Methode, um das kontinuierliche Vertrauen in eine
App-Sitzung sicherzustellen, sobald dieses Vertrauen einmal hergestellt ist.

## 3. Wie schützen Passkeys Apps?

Passkeys verändern die Art der [Authentifizierung](https://www.corbado.com/de/blog/passkey-fallback-recovery),
indem sie geteilte Geheimnisse wie Passwörter durch asymmetrische kryptografische
Anmeldedaten ersetzen. Im Gegensatz zur lokalen Biometrie, die einen bereits
authentifizierten Nutzer nur lokal verifiziert, dienen Passkeys als primäre Methode zur
Identifizierung von Nutzern gegenüber einem Remote-Dienst. Dies gewährleistet ein
sicheres, [Phishing](https://www.corbado.com/glossary/phishing)-resistentes Login-Erlebnis, selbst in einem
Szenario, in dem der Nutzer und das Gerät dem Backend der Anwendung zunächst unbekannt
sind.

### 3.1 Von Passwörtern zu Passkeys: Ein Sprung in der Sicherheit

Vor Passkeys war der gängige Ansatz, um Vertrauen zu einem Remote-Dienst aufzubauen, die
Verwendung von Passwörtern – geteilte Geheimnisse, die sowohl dem Nutzer als auch dem
Server bekannt sind. Obwohl Passwörter einfach zu implementieren sind, sind sie anfällig
für Bedrohungen wie [Phishing](https://www.corbado.com/glossary/phishing),
[Credential Stuffing](https://www.corbado.com/glossary/credential-stuffing) und die Wiederverwendung von
Passwörtern.

Passkeys begegnen diesen Herausforderungen durch die Verwendung eines Paars
kryptografischer Schlüssel: ein privater Schlüssel, der sicher auf dem Gerät des Nutzers
gespeichert ist, und ein entsprechender öffentlicher Schlüssel, der beim Dienst
registriert ist. Wenn ein Anmeldeversuch stattfindet, sendet der Dienst eine Challenge,
die nur mit dem privaten Schlüssel des Nutzers gelöst werden kann. Dies stellt sicher,
dass Angreifer selbst dann keinen unbefugten Zugriff erhalten, wenn sie Daten abfangen
oder versuchen, Nutzer zur Preisgabe von Anmeldedaten zu verleiten.

### 3.2 Public-Key-Kryptografie und Phishing-Resistenz

Passkeys verwenden asymmetrische Kryptografie:

- **Privater Schlüssel (Client-seitig):** Sicher in der
  [Secure Enclave](https://www.corbado.com/glossary/secure-enclave) des Geräts gespeichert, unzugänglich für
  andere Apps oder sogar das Betriebssystem selbst.
- **Öffentlicher Schlüssel (Serverseitig):** Beim Backend der Anwendung registriert, aber
  ohne den privaten Schlüssel nutzlos. Da der Nutzer den privaten Schlüssel niemals über
  das Netzwerk sendet und kein „geteiltes Geheimnis“ zum Eintippen hat, werden
  [Phishing](https://www.corbado.com/glossary/phishing)-Versuche weitgehend wirkungslos. Angreifer können Nutzer
  nicht dazu verleiten, etwas einzugeben, das sie nicht kennen, und das Abfangen des
  öffentlichen Schlüssels bietet keinen Vorteil. Diese Architektur, unterstützt durch
  Standards wie [FIDO2](https://www.corbado.com/glossary/fido2) und WebAuthn, stellt sicher, dass der gesamte
  Authentifizierungsprozess auf nachweisbaren kryptografischen Operationen basiert und
  nicht auf vom Nutzer eingegebenen Anmeldedaten.

Dies ist besonders wichtig für Systeme, bei denen neben nativen Apps auch Websites genutzt
werden, wo Phishing ein großes Problem darstellt. Auf einem Mobilgerät erstellte Passkeys
können über Cross-Device-Authentication auch auf Websites auf einem Desktop-Computer
verwendet werden.

### 3.3 Geräteübergreifende Portabilität, Cloud-Synchronisierung und nahtlose Erlebnisse

Einer der zentralen Vorteile von Passkeys ist ihre nahtlose Portabilität über die Geräte
eines Nutzers hinweg. Moderne Betriebssysteme können Passkeys über sicheren Cloud-Speicher
synchronisieren (z. B. iCloud-Schlüsselbund, Google
[Passwortmanager](https://www.corbado.com/de/faq/login-zweites-geraet-geraetegebundener-passkey)), sodass sich
Nutzer von mehreren Geräten aus anmelden können, ohne sich bei der Erstinstallation der
App erneut registrieren oder Passwörter merken zu müssen. Darüber hinaus fungieren
Passkeys selbst als eine Form der starken, Phishing-resistenten
Multi-Faktor-Authentifizierung und beseitigen die Reibung herkömmlicher zweiter Faktoren.
Diese Synergie ermöglicht schnelle, sichere Anmeldungen, egal welches Gerät der Nutzer
wählt, und stärkt ein Ökosystem, in dem sichere Authentifizierung sowohl universell
zugänglich als auch einfach zu handhaben ist.

### 3.4 Zusammenfassung: Passkeys

Passkeys stellen eine leistungsstarke, Phishing-resistente Methode zur Authentifizierung
unbekannter Nutzer bei Remote-Diensten dar. Indem sie asymmetrische Kryptografie nutzen
und sich von geteilten Geheimnissen hin zu geräteinternen privaten Schlüsseln bewegen,
beseitigen sie viele der Schwächen, die passwortbasierte Systeme plagten. Passkeys
kombinieren robuste Sicherheit, globale Portabilität und direkte Integration mit
Hardware-Sicherheitskomponenten. Daher dienen sie als starke Grundlage für die
Feststellung der Nutzeridentität – etwas, das lokale Biometrie allein nicht leisten kann.
Im Kontext nativer Apps sind Passkeys der entscheidende erste Schritt zur Schaffung einer
sicheren Sitzung, nach der lokale Biometrie eingesetzt werden kann, um einen schnellen und
bequemen Nutzerzugriff aufrechtzuerhalten.

## 4. Detaillierte Analyse: Passkeys & lokale Biometrie

Wenn es um die Authentifizierung in nativen Apps geht, spielen **Passkeys** und **lokale
Biometrie** wichtige, aber unterschiedliche Rollen. Obwohl beide das Nutzererlebnis und
die Sicherheit verbessern, lösen sie grundlegend verschiedene Probleme:

![passkeys vs local biometrics](https://www.corbado.com/website-assets/passkeys_vs_local_biometrics_9c14be9d62.png)

- **Passkeys** authentifizieren unbekannte Nutzer bei einem Remote-Dienst, oft bei der
  ersten Anmeldung oder beim Erstellen einer neuen Sitzung.
- **Lokale Biometrie**, wie [Face ID](https://www.corbado.com/faq/is-face-id-passkey) oder Touch ID, verifiziert
  einen bereits authentifizierten Nutzer erneut lokal und sorgt so für Kontinuität und
  Komfort bei laufenden Sitzungen.

Das Verständnis dieser Unterschiede ist für [Entwickler](https://www.corbado.com/de/blog/passkeys-cheat-sheet)
entscheidend, die robuste Authentifizierungsabläufe erstellen möchten, die sowohl sicher
als auch benutzerfreundlich sind.

### 4.1 Passkeys vs. lokale Biometrie: Ein detaillierter Vergleich

Um die Unterschiede und die sich ergänzenden Rollen von Passkeys und lokaler Biometrie
besser zu verstehen, vergleicht die folgende Tabelle ihre Hauptmerkmale in verschiedenen
Dimensionen, einschließlich Zweck, Anwendungsfälle, Sicherheit und Portabilität. Dieser
Vergleich zeigt, wie diese Technologien grundlegend unterschiedliche Probleme lösen und
gleichzeitig zusammenarbeiten, um sowohl die Sicherheit als auch den Nutzerkomfort zu
verbessern.

![comparing passkeys local biometrics](https://www.corbado.com/website-assets/comparing_passkeys_local_biometrics_87468e72a0.png)

| Aspekt                          | Passkeys                                                                                                                                                                                                                            | Lokale Biometrie                                                                                                                                                                |
| ------------------------------- | ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- | ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- |
| Phase                           | Nach App-Installation<br/>Erneute Anmeldung<br/>Session-Timeout                                                                                                                                                                     | App ist installiert & angemeldet                                                                                                                                                |
| Kernzweck                       | Authentifizierung eines unbekannten Nutzers (Erst-Login)                                                                                                                                                                            | Verifizierung, dass der aktuell aktive (bereits authentifizierte) Nutzer der rechtmäßige Besitzer des Geräts/der App ist                                                        |
| Schützt                         | Zugriff auf das Nutzerkonto                                                                                                                                                                                                         | Zugriff auf die angemeldete App                                                                                                                                                 |
| Anwendungsfall                  | Ideal für erstmalige Anmeldungen oder nach Neuinstallationen, zum Aufbau von Vertrauen zu Diensten und zur Ermöglichung von plattform- und geräteübergreifenden Logins                                                              | Ideal zur erneuten Überprüfung, ob der Gerätehalter der Besitzer des Geräts ist, zum schnellen Entsperren der App ohne erneute Eingabe von Passwörtern/Passkeys                 |
| Authentifizierungsmodell        | Remote-Authentifizierung: verifiziert die Identität gegenüber einem Backend-System                                                                                                                                                  | Lokale Verifizierung: prüft biometrische Daten, die sicher auf dem Gerät gespeichert sind, kontaktiert keinen Remote-Server                                                     |
| MFA                             | Ja + Phishing-resistent                                                                                                                                                                                                             | Nein                                                                                                                                                                            |
| Native Biometrie                | Ja (z. B. Face ID, Touch ID, Android Biometrics)                                                                                                                                                                                    | Ja (z. B. Face ID, Touch ID, Android Biometrics)                                                                                                                                |
| Umfang & Portabilität           | Geräte-, plattform- und app-übergreifende Nutzbarkeit (native Apps + Web) dank sicherer Cloud-Synchronisierung der Schlüssel                                                                                                        | Gerätespezifisch, nicht übertragbar: biometrische Vorlagen müssen auf neuen Geräten neu registriert werden <br/> <br/>Kann nicht einfach zwischen Plattformen verschoben werden |
| Datenspeicherung & Sicherheit   | Private Schlüssel in einer Secure Enclave gespeichert<br/> <br/>Öffentliche Schlüssel serverseitig gespeichert<br/> <br/>Keine Übertragung geteilter Geheimnisse<br/> <br/>Resistent gegen Phishing                                 | Biometrische Vorlagen in einer sicheren Hardware-Enklave auf dem Gerät gespeichert<br/> <br/>Verlassen niemals das Gerät<br/> <br/>Durch die Hardware des Geräts geschützt      |
| Internetanforderung             | Benötigt Internetverbindung zur Authentifizierung beim Remote-Dienst und zur Registrierung der Schlüssel.                                                                                                                           | Keine Internetverbindung erforderlich; die Verifizierung ist vollständig lokal, was sie auch offline und bei Offline-Anwendungsfällen nützlich macht                            |
| Backup & Wiederherstellung      | Schlüssel können über Cloud-Synchronisierung (z. B. iCloud-Schlüsselbund, Google Passwortmanager) gesichert und wiederhergestellt werden, was eine einfache Wiederherstellung bei Verlust oder Austausch eines Geräts gewährleistet | Kein integrierter Backup-Mechanismus für Biometrie; bei Geräteausfall müssen Nutzer ihre biometrischen Daten auf einem neuen Gerät neu registrieren                             |
| Integration mit Websites & Apps | Kann sowohl für native Apps als auch für Websites verwendet werden. Passkeys vereinfachen Anmeldevorgänge, indem sie Nutzer ohne Preisgabe von Anmeldedaten authentifizieren und so die Sicherheit plattformübergreifend erhöhen    | Beschränkt auf das Gerät und die lokal installierte App.                                                                                                                        |
| Implementierung für Entwickler  | Integration über Webstandards (WebAuthn, FIDO2) und native Plattform-APIs<br/> <br/>Backend muss öffentliche Schlüssel und Challenges verarbeiten.                                                                                  | Nutzung von Plattform-SDKs (iOS, Android) für biometrische Abfragen<br/> <br/>Keine spezielle Backend-Verarbeitung erforderlich.                                                |
| Nutzererlebnis                  | Nach der Ersteinrichtung können sich Nutzer schnell anmelden, ohne sich E-Mail oder Passwörter merken zu müssen, selbst auf neuen Geräten<br/> <br/>Optimiertes Onboarding mit reduzierter Reibung                                  | Bietet sofortigen, passwortlosen Wiederzugriff auf Apps, sobald der Nutzer sich bereits authentifiziert hat.                                                                    |

### 4.2 Wie sich Passkeys und lokale Biometrie ergänzen

Obwohl die Tabelle die Kernunterschiede hervorhebt, ist es wichtig zu erkennen, dass
Passkeys und lokale Biometrie keine konkurrierenden Technologien sind – sie ergänzen sich.
Zusammen bieten sie ein mehrschichtiges Authentifizierungserlebnis:

![complementary authentication passkeys local biometrics](https://www.corbado.com/website-assets/complementary_authentication_passkeys_local_biometrics_e1303e682f.png)

1. **Passkeys für die Erstauthentifizierung, erneute Anmeldung und MFA** Passkeys sind
   wichtig, um Vertrauen zwischen einem Nutzer und einem Remote-Dienst aufzubauen. Sie
   bieten eine Phishing-resistente, plattform- und
   [geräteübergreifende Authentifizierung](https://www.corbado.com/de/glossary/cda) durch den Einsatz
   asymmetrischer Kryptografie. Dies stellt sicher, dass Angreifer selbst bei abgefangenen
   Daten keinen Zugriff auf Nutzerkonten erhalten. Mit nahtloser Cloud-Synchronisierung
   (z. B. iCloud-Schlüsselbund oder Google
   [Passwortmanager](https://www.corbado.com/de/faq/login-zweites-geraet-geraetegebundener-passkey)) ermöglichen
   Passkeys den Nutzern eine mühelose Anmeldung über verschiedene Geräte hinweg. Das macht
   sie ideal für erstmalige Anmeldungen, Neuinstallationen oder Szenarien der
   Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Sie dienen auch als Brücke zwischen mobilen Apps
   und Websites und bieten ein konsistentes und sicheres Erlebnis über ein ganzes
   Ökosystem hinweg. Für Apps, die erhöhte Sicherheit erfordern, können Passkeys
   herkömmliche zweite Faktoren durch eine eigenständige
   [MFA](https://www.corbado.com/de/blog/medibank-datenleck)-Lösung ersetzen.
2. **Lokale Biometrie zur laufenden Verifizierung:** Einmal authentifiziert, bietet die
   lokale Biometrie einen schnellen, sicheren und reibungslosen Zugriff auf Apps, indem
   sie überprüft, ob derselbe autorisierte Nutzer das Gerät bedient. Im Gegensatz zu
   Passkeys sind lokale biometrische Prüfungen gerätezentriert und offline und verlassen
   sich auf sichere Hardware-Enklaven zur Speicherung und Verarbeitung von Daten. Dies
   stellt sicher, dass sensible Informationen das Gerät niemals verlassen, was eine
   zusätzliche Sicherheitsebene ohne ständige Nutzereingaben hinzufügt. Indem sie die
   Notwendigkeit der erneuten Eingabe von Anmeldedaten reduzieren, verbessern lokale
   biometrische Verfahren das Nutzererlebnis, insbesondere bei Apps, die sensible
   Informationen wie [Banking](https://www.corbado.com/de/blog/finom-passkeys-banking) oder
   [Gesundheitsdaten](https://www.corbado.com/passkeys-for-healthcare) verarbeiten. Sie schützen laufende
   Sitzungen, indem sie den Geräteinhaber verifizieren und so Komfort ohne
   Sicherheitseinbußen gewährleisten.

Durch die Kombination von Passkeys und lokaler Biometrie können
[Entwickler](https://www.corbado.com/de/blog/passkeys-cheat-sheet) einen sicheren, nahtlosen und
benutzerfreundlichen Authentifizierungsablauf bereitstellen.

### 4.3 Warum die Kombination beider eine kluge Entscheidung ist

Durch die Kombination von Passkeys und lokaler Biometrie können Entwickler einen robusten
Authentifizierungsablauf erstellen, der:

- **Verbessert die Sicherheit:** Passkeys schützen vor Phishing,
  [Credential Stuffing](https://www.corbado.com/glossary/credential-stuffing) und Passwortdiebstahl, während
  lokale Biometrie den unbefugten Zugriff auf authentifizierte Sitzungen verhindert.
- **Verbessert das Nutzererlebnis:** Lokale Biometrie macht die wiederholte Eingabe von
  Passwörtern oder Passkeys überflüssig und schafft so ein reibungsloses Erlebnis nach der
  Erstauthentifizierung. Falls eine erneute Authentifizierung aufgrund von Timeouts oder
  Abmeldungen erforderlich ist, ist diese so einfach wie das Entsperren der App.
- **Vereinfacht den geräteübergreifenden Zugriff:** Passkeys ermöglichen eine
  plattformübergreifende Authentifizierung, während lokale Biometrie eine bequeme
  Sicherheit auf Geräteebene bietet. Wenn Passkeys im Web verwendet werden, ist das
  Hinzufügen zur nativen App ein wichtiger zusätzlicher Schritt, um die Lücke zu schließen
  und dem Nutzer ein vollständiges Passkey-Erlebnis zu bieten.

Diese Synergie stellt sicher, dass Apps sowohl **starke Authentifizierung** als auch
**nahtlosen Komfort** bieten können – eine gewinnbringende Kombination für die Erwartungen
moderner Nutzer.

## 5. Strategien zur Passkey-Einführung für native Apps

### 5.1 Ansprache einer großen, angemeldeten Nutzerbasis

Obwohl das Hinzufügen von Passkey-Funktionalität zu einer nativen App technisch
unkompliziert ist, stellt die Förderung der **Akzeptanz** durch die Nutzer eine erhebliche
Hürde dar, insbesondere bei Apps mit einer großen, etablierten Nutzerbasis. Der Hauptgrund
ist die weit verbreitete Nutzung lokaler Biometrie zum Entsperren der App. Dieses
bestehende, bequeme Verhalten bedeutet, dass Nutzer selten eine vollständige
Remote-Anmeldung durchführen. Daher fehlt die effektivste Gelegenheit zur
[Passkey-Erstellung](https://www.corbado.com/de/blog/passkey-erstellung-optimieren) – der Hinweis nach der
Anmeldung – im Vergleich zu Webanwendungen fast vollständig. Dieser Abschnitt skizziert
Strategien, um diese Herausforderung zu meistern, indem alternative Momente identifiziert
werden, um die [Passkey-Erstellung](https://www.corbado.com/de/blog/passkey-erstellung-optimieren) zu fördern,
ohne das nahtlose Nutzererlebnis der lokalen Biometrie zu stören.

Wie in Corbados Leitfaden zu Best Practices für die
[Passkey-Erstellung](https://www.corbado.com/de/blog/passkey-erstellung-optimieren) detailliert beschrieben,
hängt ein erfolgreicher Rollout davon ab, die richtigen Momente zu finden, um die Nutzer
anzustoßen. Unten finden Sie ein Playbook mit Strategien, die für
[native Apps](https://www.corbado.com/de/blog/webauthn-relying-party-id-rpid-passkeys) angepasst wurden und
verschiedene Auslöser und ihre erwartete Wirkung hervorheben.

| **Nudge-Strategie**                    | **Auslöser / Moment**                                                                              | **Prompt-Mechanik**                                                                                               | **Erwartete Akzeptanz** |
| :------------------------------------- | :------------------------------------------------------------------------------------------------- | :---------------------------------------------------------------------------------------------------------------- | :---------------------- |
| **Hinweis nach der Anmeldung**         | Nach einer vollständigen Neuauthentifizierung (z. B. App-Neuinstallation, Gerätewiederherstellung) | Vollbild-Dialog, der automatisch das Passkey-Erstellungsblatt öffnet.                                             | 🟢🟢🟢 (Hoch)           |
| **Hinweis nach der Transaktion**       | Nach einer Aktion, die ein OTP erfordert (z. B. SMS-Verifizierung)                                 | Kontextbezogener Prompt: „Überspringen Sie den Code beim nächsten Mal – erstellen Sie einen Passkey“              | 🟢🟢🟢 (Hoch)           |
| **Hinweis nach dem Entsperren**        | Wenn der Nutzer eine bereits angemeldete App öffnet (kein Passwort eingegeben)                     | Automatisch ausgelöster oder manueller Banner nach dem Entsperren (defensiv mit einem manuellen Prompt beginnen). | 🟡🟡 (Mittel)           |
| **Hinweis über die Einstellungsseite** | Nutzer navigiert zu Sicherheit &gt; „Passkey hinzufügen“                                           | Manuelle, vom Nutzer initiierte Aktion.                                                                           | 🔴 (Niedrig)            |
| **Hinweis über In-App-Banner**         | Ein permanenter oder rotierender Banner auf einem Dashboard-Bildschirm.                            | Passiv und wegklickbar.                                                                                           | 🔴 (Niedrig)            |

Die erfolgreiche Umsetzung dieser Strategien erfordert ein äußerst detailliertes Tracking
und Telemetrie. Es ist entscheidend zu überwachen, wie, wann und wo Nutzer aufgefordert
werden, um eine „Prompt-Müdigkeit“ zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Hinweise das
nahtlose Erlebnis des Entsperrens per lokaler Biometrie nicht stören. Das Protokollieren
jedes Schritts des Erstellungstrichters (Prompt angezeigt, geklickt, gestartet,
abgeschlossen/fehlgeschlagen) ist notwendig, um den Rollout zu optimieren und hohe
Akzeptanzraten zu erzielen, ohne die Nutzer zu frustrieren.

### 5.2 Onboarding von Nutzern zu Passkeys

Für neue Nutzer, die die App zum ersten Mal installieren, oder für bestehende Nutzer, die
sich mit herkömmlichen Methoden wie einem Passwort anmelden, bietet der Onboarding-Prozess
eine goldene Gelegenheit, eine sichere und passwortlose Grundlage zu schaffen. Da diese
Nutzer noch keinen Passkey für die App eingerichtet haben, kann der Ablauf so gestaltet
werden, dass von Anfang an die stärkste Authentifizierungsmethode priorisiert wird.

Der empfohlene Ansatz ist:

1. **Zuerst Passkey erstellen:** Unabhängig davon, ob sich ein Nutzer zum ersten Mal
   anmeldet oder mit einem Passwort einloggt, sollte er sofort aufgefordert werden, einen
   Passkey zu erstellen. Bei Neuanmeldungen wird so vom ersten Tag an ein
   Phishing-resistenter Anmeldedatensatz erstellt. Moderne Plattformfunktionen wie Apples
   [Passkey Account Creation API](https://www.corbado.com/blog/passkey-account-creation-api) können sogar das
   Konto und den Passkey in einem einzigen, optimierten Schritt über eine native
   Benutzeroberfläche erstellen und so herkömmliche Anmeldeformulare vollständig umgehen.
   Für bestehende Nutzer dient dieser Hinweis als entscheidendes Sicherheitsupgrade, das
   sie von anfälligen Passwörtern wegbringt.
2. **Zweitens lokale Biometrie hinzufügen:** Sobald der Passkey erstellt und das Konto
   gesichert ist, sollte die App den Nutzer auffordern, lokale Biometrie (z. B. Face
   ID/Touch ID) zu aktivieren, um die angemeldeten App-Inhalte zu schützen, falls die App
   sensible Daten verarbeitet oder Funktionen hat, die von einem Sitzungsschutz
   profitieren würden (wie in unseren Empfehlungen dargelegt).

Diese Reihenfolge stellt sicher, dass zuerst das Konto des Nutzers für die
Remote-Authentifizierung gesichert und dann die lokale Sitzung geschützt wird, was perfekt
zu den sich ergänzenden Rollen von Passkeys und lokaler Biometrie passt.

## 6. Fallstudien und Praxisbeispiele

Um ein besseres Verständnis dafür zu bekommen, wie Beispiele und Kombinationen aus der
Praxis funktionieren, werden wir zwei verschiedene Implementierungen untersuchen: eine,
die nur Passkeys nutzt, und eine andere, die einen kombinierten Ansatz verwendet.

### 6.1 Integration von Passkeys zur Authentifizierung: Kayak

Die [Kayak](https://www.corbado.com/blog/kayak-passkeys)-App demonstriert eine
[Implementierung](https://www.corbado.com/de/blog/passkeys-cheat-sheet) von Passkeys für die
Nutzerauthentifizierung. Passkeys sind nahtlos in den Anmeldeprozess integriert und bieten
den Nutzern die Möglichkeit, sich zu authentifizieren, ohne sich ihre E-Mail-Adresse oder
ihr Passwort merken zu müssen. Wie auf dem Authentifizierungsbildschirm zu sehen ist,
können Nutzer direkt einen Passkey für die Anmeldung auswählen. Dieser Ansatz vereinfacht
das Nutzererlebnis erheblich, indem er die kognitive Belastung reduziert und die mit
Passwörtern verbundene Reibung beseitigt.

![kayak passkeys](https://www.corbado.com/website-assets/kayak_passkeys_e0775703ef.jpg)

Nach der Authentifizierung über einen Passkey erhält der Nutzer uneingeschränkten Zugriff
auf die App, ohne dass eine erneute Authentifizierung erforderlich ist. Dieses Design
eignet sich besonders für [Kayak](https://www.corbado.com/blog/kayak-passkeys), eine
[Reise-App](https://www.corbado.com/passkeys-for-travel), die hauptsächlich Buchungshistorien und Reiserouten
verwaltet, die nicht als hochsensible oder kritische Daten gelten.

**Wichtige Highlights des Kayak-Ansatzes:**

- **Passkey-Login auf dem Authentifizierungsbildschirm:** Die App bietet sofort den Login
  mit Passkey an, was die Schritte reduziert und den Nutzerkomfort erhöht.
- **Kein lokaler biometrischer Schutz nach dem Login:** Da die App keine sensiblen
  persönlichen Daten verarbeitet, hat sich [Kayak](https://www.corbado.com/blog/kayak-passkeys) entschieden,
  keinen lokalen biometrischen Schutz wie Face ID oder Fingerabdrucksperre für den
  angemeldeten Zustand zu implementieren. Diese Entscheidung entspricht den
  Datensicherheitsanforderungen der App und sorgt gleichzeitig für ein reibungsloses
  Nutzererlebnis.

Diese [Implementierung](https://www.corbado.com/de/blog/passkeys-cheat-sheet) zeigt, wie Passkeys den
Authentifizierungsprozess optimieren und gleichzeitig die Notwendigkeit von Passwörtern
eliminieren können, was den Nutzern ein reibungsloses Erlebnis bietet. In Szenarien, in
denen jedoch sensiblere oder kritischere Aktionen innerhalb der App ausgeführt werden,
können zusätzliche Sicherheitsebenen wie lokale Biometrie erforderlich sein. Schauen wir
uns an, wie GitHub sowohl Passkeys als auch Biometrie nutzt, um Sicherheit zu
gewährleisten, ohne die Benutzerfreundlichkeit zu beeinträchtigen.

### 6.2 Nutzung von Biometrie zum Schutz von App-Inhalten: GitHub

GitHub gleicht die Integration von Passkeys für eine sichere Anmeldung mit lokaler
Biometrie zum Schutz von App-Inhalten im angemeldeten Zustand aus. Passkeys werden als
schnelle, Phishing-resistente Anmeldeoption angeboten, was angesichts der Anforderungen
von GitHub an die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) besonders wichtig ist. Dies erspart
den Nutzern die Verwaltung von Passwörtern oder Einmal-Passcodes und sorgt für ein
nahtloses und sicheres Login-Erlebnis. Für diesen Artikel werden wir uns ihre
[Passkey-Implementierung](https://www.corbado.com/de/blog/warum-passkey-implementierungen-scheitern) jedoch nicht
ansehen.

**GitHubs zusätzliche Sicherheitsebene durch lokale Biometrie:** Da GitHub auch sensible
Operationen wie das Mergen von Pull-Requests anbietet, ermöglicht GitHub den Nutzern,
einen lokalen biometrischen Schutz zu aktivieren, wenn sie es für notwendig halten. In
diesem Beispiel wird Face ID verwendet, um die App auf
[iOS](https://www.corbado.com/blog/how-to-enable-passkeys-ios) zu sperren und sicherzustellen, dass nur der
Gerätebesitzer auf die GitHub-App zugreifen oder sie ausführen kann. Die App fordert
explizit die erforderlichen Berechtigungen vom Betriebssystem an, um die Biometrie zu
aktivieren, und bietet konfigurierbare Intervalle (z. B. sofort oder nach einem
definierten Timeout).

![github local biometrics](https://www.corbado.com/website-assets/github_local_biometrics_d9f8d2adc7.png)

**Wichtige Highlights des GitHub-Ansatzes:**

- **Passkey-Login für MFA-Konformität:** GitHub nutzt Passkeys, um sichere Anmeldungen zu
  optimieren, ohne die Standards der Multi-Faktor-Authentifizierung zu beeinträchtigen.
- **Biometrische Sperre zum Schutz der App:** Durch die Verwendung lokaler Biometrie wie
  Face ID stellt GitHub sicher, dass angemeldete Sitzungen nicht von unbefugten Personen
  missbraucht oder aufgerufen werden können. Diese zusätzliche Sicherheitsebene ist
  entscheidend für Apps, die sensible Nutzerdaten oder -aktionen verarbeiten.

Zusammen veranschaulichen diese Beispiele, wie Passkeys und lokale Biometrie auf die
Bedürfnisse verschiedener Apps zugeschnitten werden können, um Nutzerkomfort und
angemessene Sicherheitsmaßnahmen in Einklang zu bringen.

## 7. Empfehlungen

Im Folgenden finden Sie vier Empfehlungen, die auf gängige Szenarien zugeschnitten sind,
in denen lokale Biometrie und Passkeys implementiert werden könnten. Die Empfehlungen sind
so strukturiert, dass Entwickler, Produktmanager und Entscheidungsträger schnell erkennen
können, welcher Ansatz am besten zu ihrer Situation passt.

1. **Für regulierte, sensible oder hochwertige Daten-Apps: Passkeys + lokale Biometrie**
   Wenn Ihre App mit kritischen, persönlichen, regulierten oder hochsensiblen Daten umgeht
   (z. B. Finanz-, [Gesundheits-](https://www.corbado.com/passkeys-for-healthcare), Regierungsdaten,
   personenbezogene Informationen), **implementieren Sie lokale Biometrie** für eine
   sichere, reibungslose Neuauthentifizierung. Dies stellt sicher, dass nach der Anmeldung
   der fortlaufende Zugriff auf sensible Funktionen durch geräteinterne Faktoren (Face ID,
   Touch ID, Fingerabdruck-Scan) geschützt ist, ohne dass Anmeldedaten erneut eingegeben
   werden müssen. Gleichzeitig ist dies auch ein starker Hinweis darauf, Passkeys zu
   implementieren und die [MFA](https://www.corbado.com/de/blog/medibank-datenleck)-Anforderung für alle
   Gerätetypen durchzusetzen. Hier kann Ihnen die Enterprise Passkey Suite von Corbado
   helfen, insbesondere wenn Sie eine groß angelegte Bereitstellung planen und
   sicherstellen möchten, dass Sie eine 100%ige
   [Passkey-Akzeptanz](https://www.corbado.com/de/blog/warum-passkey-implementierungen-scheitern) erreichen
   können.
2. **Groß angelegte Verbraucher-App: Passkey-Integration über alle Geräte hinweg** Auch
   außerhalb sensibler Bereiche ist eine
   [Passkey-Implementierung](https://www.corbado.com/de/blog/warum-passkey-implementierungen-scheitern) sinnvoll,
   um Phishing zu vermeiden und die Passwort-Problematik zu beseitigen. Stellen Sie bei
   der Planung eines Passkey-Rollouts sicher, dass er Teil einer **ganzheitlichen
   Authentifizierungsstrategie ist, die alle Gerätetypen umfasst**, einschließlich nativer
   Apps, Web-Schnittstellen und anderer verbundener Endpunkte. Behandeln Sie Passkeys
   nicht als einmaliges Feature; integrieren Sie sie stattdessen konsistent über
   Mobilgeräte, Desktops und das Web, um ein einheitliches und benutzerfreundliches
   Login-Erlebnis zu bieten. Wenn Passkeys bereits Teil Ihrer Web-Authentifizierung sind,
   ist es **unerlässlich, diese Funktionalität auf Ihre nativen Apps auszuweiten**. Dies
   gewährleistet ein konsistentes, sicheres und benutzerfreundliches Login-Erlebnis auf
   allen Plattformen und nutzt die starke Sicherheit und den Komfort von Passkeys überall
   dort, wo Ihr Dienst angeboten wird.
3. **Greenfield- oder eigenständige Apps:** Für neue (Greenfield-)Anwendungen oder
   eigenständige Apps ohne Altlasten bei der Authentifizierung aus dem Web, sollten Sie in
   Erwägung ziehen, **von Anfang an mit Passkeys zu starten**. Der ideale
   Onboarding-Ablauf fordert unmittelbar nach der Kontoeinrichtung zur Passkey-Erstellung
   auf, gefolgt von einer Aufforderung, bei Bedarf lokale Biometrie für den Sitzungsschutz
   zu aktivieren. Dadurch schaffen Sie ein zukunftssicheres Authentifizierungsschema, das
   Passwortprobleme beseitigt und die Grundlage für reibungslose und sichere Nutzerreisen
   auf allen Plattformen legt. Werfen Sie einen Blick auf unsere Corbado Complete-Lösung.
4. **Vermeiden Sie Teilimplementierungen für Ökosysteme mit mehreren Geräten:** Wenn Ihr
   Dienst mehrere Gerätetypen (z. B. Mobil, Web und Desktop) umfasst, führen Sie Passkeys
   nicht nur in einer Umgebung ein. **Teilimplementierungen verringern die Konsistenz und
   können Nutzer verwirren.** Führen Sie Passkeys stattdessen einheitlich ein, um überall
   ein reibungsloses, einheitliches Login-Erlebnis zu gewährleisten. Ein schrittweiser
   Rollout oder die Einführung zuerst auf den am weitesten verbreiteten Gerätetypen und
   dann in der nativen App ist sinnvoll, sollte aber innerhalb eines kurzen Zeitraums
   erfolgen.

Obwohl die obigen Empfehlungen eine Reihe gängiger Szenarien abdecken, gibt es unzählige
andere Situationen, in denen die Entscheidung für die
[Implementierung](https://www.corbado.com/de/blog/passkeys-cheat-sheet) von lokaler Biometrie, Passkeys oder
beidem variieren kann. Jede Anwendung hat einzigartige Sicherheits-, Usability- und
Compliance-Anforderungen, und es ist für Entwickler, Produktmanager und
Geschäftsentscheider unerlässlich, diese Faktoren gründlich zu bewerten, bevor sie sich
für einen Ansatz entscheiden. Indem Sie Ihre spezifischen Anwendungsfälle, regulatorischen
Anforderungen und Nutzererwartungen sorgfältig abwägen, können Sie eine
Authentifizierungsstrategie entwickeln, die nicht nur Ihre Nutzer und deren Daten schützt,
sondern auch das nahtlose, benutzerfreundliche Erlebnis bietet, das die Kunden von heute
erwarten.

## 8. Fazit

Wie wir gesehen haben, spielen lokale Biometrie und Passkeys grundlegend unterschiedliche,
aber sich ergänzende Rollen in modernen Authentifizierungsstrategien. Lokale Biometrie
vereinfacht die laufende Sitzungsüberprüfung, indem sie die angeborenen Merkmale des
Nutzers für schnelle, geräteinterne Prüfungen nutzt, während Passkeys eine sichere und
Phishing-resistente Vertrauensbeziehung zu Remote-Diensten herstellen. Durch die
durchdachte Kombination dieser Methoden können Entwickler ein Nutzererlebnis schaffen, das
sowohl reibungslos als auch hochsicher ist und den Anforderungen einer vielfältigen und
anspruchsvollen digitalen Landschaft effektiv gerecht wird. Um auf die Fragen aus der
Einleitung zurückzukommen:

- **Passkeys vs. lokale Biometrie: Wie unterscheiden sich lokale Biometrie und Passkeys in
  ihren Rollen und Funktionen?** Lokale Biometrie bietet eine bequeme, gerätezentrierte
  Neuverifizierung für bereits authentifizierte Nutzer und stellt sicher, dass der
  rechtmäßige Besitzer das Gerät kontinuierlich kontrolliert. Im Gegensatz dazu ersetzen
  Passkeys geteilte Geheimnisse wie Passwörter und ermöglichen eine sichere, anfängliche
  Remote-Authentifizierung und eine einfache geräteübergreifende Portabilität. Dadurch
  werden Phishing-Risiken eliminiert und ein einheitliches Login-Erlebnis über Plattformen
  und Formfaktoren hinweg geboten.
- **Passkeys zu Apps mit lokaler Biometrie hinzufügen: Ist es sinnvoll, Passkeys zu Apps
  hinzuzufügen, die bereits Biometrie nutzen?** Ja, das ist oft sinnvoll. Biometrie allein
  stellt keine anfängliche Nutzeridentität bei Remote-Diensten her, Passkeys hingegen
  schon. Die Einbindung von Passkeys neben bestehender lokaler Biometrie kann die
  Gesamtsicherheit erhöhen und gleichzeitig den Nutzerkomfort erhalten. Passkeys
  übernehmen den kritischen ersten Schritt der Authentifizierung und der
  geräteübergreifenden Portabilität, während Biometrie den nachfolgenden Zugriff und die
  laufende Sitzungsüberprüfung optimiert.

Indem Entwickler und Entscheidungsträger die unterschiedlichen, aber sich gegenseitig
ergänzenden Rollen von Passkeys und lokaler Biometrie erkennen, können sie einen
umfassenden Authentifizierungsansatz implementieren, der Sicherheit, Komfort und
Nutzerzufriedenheit in Einklang bringt. Dadurch werden Anwendungen widerstandsfähiger
gegen Bedrohungen, einfacher zu navigieren und anpassungsfähiger an sich ändernde Nutzer-
und regulatorische Anforderungen – und schaffen letztendlich eine nahtlose und
vertrauenswürdige digitale Umgebung.
