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url: 'https://www.corbado.com/de/blog/mastercard-passkeys'
title: 'Mastercard Passkeys: Der Mastercard Payment Passkey Service'
description: 'Mastercard Payment Passkeys und der zugrundeliegende Token Authentication Service verbessern die Zahlungssicherheit durch passwortloses Login und bieten eine nahtlose, sichere User Experience.'
lang: 'de'
author: 'Vincent Delitz'
date: '2025-07-15T13:23:05.233Z'
lastModified: '2026-03-27T07:03:02.638Z'
keywords: 'mastercard, mastercard payment passkey service, mastercard passkeys'
category: 'Passkeys Reviews'
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# Mastercard Passkeys: Der Mastercard Payment Passkey Service

## 1. Einführung: Mastercard Passkeys

In den letzten Jahren ist im Finanzsektor das Interesse an innovativen
Authentifizierungsmethoden zur Verbesserung von
[Sicherheit](https://www.corbado.com/de/blog/vollstaendig-passwortlos-werden) und User Experience stark
gestiegen. Passkeys entwickeln sich dabei zunehmend zu einer überzeugenden und immer
beliebteren Lösung bei Banken (z. B. [Revolut](https://www.corbado.com/blog/revolut-passkeys)), Fintechs (z. B.
[Finom](https://www.corbado.com/blog/finom-passkeys)) und [Zahlungsanbietern](https://www.corbado.com/passkeys-for-payment) (z. B.
[PayPal](https://www.corbado.com/blog/paypal-passkeys)).

Unsere letzten Blogbeiträge haben die Auswirkungen dieses Technologiewandels ausführlich
beleuchtet, insbesondere im Kontext von [PSD2](https://www.corbado.com/blog/psd2-passkeys) / **Starker
Kundenauthentifizierung (SCA)**:

- Gerätegebundene und synchronisierte Passkeys
- Analyse der [PSD2](https://www.corbado.com/blog/psd2-passkeys)- & SDA-Anforderungen
- Was die [SCA](https://www.corbado.com/de/blog/passkeys-fuer-zahlungsanbieter-drittanbieter-sdk)-Anforderungen
  für Passkeys bedeuten
- Auswirkungen von [PSD3](https://www.corbado.com/blog/psd3-psr-passkeys) / [PSR](https://www.corbado.com/blog/psd3-psr-passkeys) auf
  Passkeys
- [Dynamic Linking](https://www.corbado.com/blog/dynamic-linking-passkeys-spc)

Während wir die Welt der sicheren Authentifizierung weiter analysieren, hat Mastercard
einen neuen Service für Passkeys eingeführt: **Mastercard Payment Passkeys**. Dieser
Dienst, der unter seinem technischen Framework-Namen **Mastercard Token Authentication
Service (TAS)** bekannt ist, stellt einen strategischen Schritt dar, um veraltete
Authentifizierungsmethoden durch einen sicheren, nahtlosen und benutzerfreundlichen Ansatz
zu ersetzen, der auf [Biometrie](https://www.corbado.com/de/blog/biometrie-payer-awareness) (z. B.
[Face ID](https://www.corbado.com/faq/is-face-id-passkey), Touch ID) setzt. Der Service zielt darauf ab, den
Online-Checkout-Prozess zu optimieren und dabei
[Sicherheit](https://www.corbado.com/de/blog/vollstaendig-passwortlos-werden) mit Komfort für Millionen von
Käufern weltweit zu verbinden. Die doppelte Namensgebung selbst scheint strategisch zu
sein. **Payment Passkeys** kommuniziert klar den Nutzen des vereinfachten, biometrischen
Logins für Verbraucher und Händler, während **Token Authentication Service** die
technischen Implementierungsdetails anspricht, die für Entwickler und Partner bei der
Integration des Systems relevant sind.

[Watch on YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=2SWPK7C24Fc)

Dieser Blogbeitrag analysiert den Ansatz von Mastercard und untersucht die Technologie,
die User Experience, die Vorteile und die Auswirkungen von
[Payment](https://www.corbado.com/passkeys-for-payment) Passkeys auf die Branche.

## 2. Der Aufstieg von Passkeys im Finanzwesen

Die Integration von Passkeys in den [Finanzdienstleistungssektor](https://www.corbado.com/passkeys-for-banking)
ist ein Wandel hin zu einer sichereren und benutzerfreundlicheren Authentifizierung.

### 2.1 Verbraucher hassen Passwörter

Die treibende Kraft dahinter sind die Erwartungen der Verbraucher. Wie Mastercard in
früheren Mitteilungen bekannt gab, hassen Verbraucher Passwörter:

- **7 von 10 Verbrauchern fühlen sich überfordert** von der Anzahl der Passwörter, die sie
  verwalten müssen.
- Mehr als **80 % der bestätigten Datenschutzverletzungen waren auf Passwörter
  zurückzuführen**.

Mastercard hat erkannt, dass jedes geteilte Geheimnis, einschließlich OTPs, zu einem Ziel
für Cyberkriminelle wird. Deshalb will Mastercard das Passwort durch personenbezogene
Faktoren ersetzen. Passkeys, die auf
[Gerätebiometrie](https://www.corbado.com/de/blog/passkeys-lokale-biometrie-native-apps) (z. B.
[Face ID](https://www.corbado.com/faq/is-face-id-passkey), Touch ID) zurückgreifen, erfüllen diesen Bedarf
effektiv.

### 2.2 Passwörter sind ein Sicherheitsrisiko

Darüber hinaus beseitigen Passkeys traditionelle Sicherheitsprobleme, die mit Passwörtern
verbunden sind, wie z. B. [Phishing](https://www.corbado.com/glossary/phishing)-Risiken. Indem sie Passwörter
durch kryptografische Schlüssel ersetzen, die einfach zu verwenden, aber schwer
auszunutzen ([exploit](https://www.corbado.com/glossary/exploit)) sind, bieten Passkeys eine überzeugende Lösung
für Finanzinstitute, die sowohl die [Sicherheit](https://www.corbado.com/de/blog/vollstaendig-passwortlos-werden)
erhöhen als auch die Benutzerinteraktionen optimieren wollen.

### 2.3 Regulatorische Anforderungen für Payment Passkeys

Das Sicherheitsmodell von Passkeys steht im Einklang mit den strengen Anforderungen von
Finanzvorschriften wie der [Starken Kundenauthentifizierung](https://www.corbado.com/blog/psd2-sca-requirements)
(SCA) im Rahmen von [PSD2](https://www.corbado.com/blog/psd2-passkeys).
[SCA](https://www.corbado.com/de/blog/passkeys-fuer-zahlungsanbieter-drittanbieter-sdk) schreibt für die meisten
elektronischen [Zahlungen](https://www.corbado.com/de/blog/digitale-nachweise-zahlungen) und den Kontozugriff
eine Multi-Faktor-Authentifizierung vor, die eine Validierung mit mindestens zwei
unabhängigen Elementen aus drei Kategorien erfordert:

- Wissen (etwas, das der Nutzer weiß)
- Besitz (etwas, das der Nutzer besitzt)
- Inhärenz (etwas, das der Nutzer ist)

Passkeys erfüllen diese Anforderungen auf natürliche Weise: Der auf dem Gerät gespeicherte
sichere private Schlüssel stellt den Faktor „Besitz“ dar, während die zur Entsperrung
verwendete [Biometrie](https://www.corbado.com/de/blog/biometrie-payer-awareness) den Faktor „Inhärenz“
repräsentiert. Wird eine Geräte-PIN verwendet, kann diese den Faktor „Wissen“ erfüllen. Es
gibt jedoch eine anhaltende Diskussion in der Branche, ob synchronisierte Passkeys eine
zusätzliche Zusicherung bezüglich der Gerätebindung bieten müssen.

Darüber hinaus erfordern [Zahlungsvorschriften](https://www.corbado.com/passkeys-for-payment) oft ein Dynamic
Linking, das sicherstellt, dass der Authentifizierungsprozess den spezifischen
Transaktionsbetrag und den Zahlungsempfänger kryptografisch an die Zustimmung des Nutzers
bindet. Passkey-Implementierungen, insbesondere in Verbindung mit Protokollen wie EMV 3DS
oder bei Verwendung von Erweiterungen wie der
[Secure Payment Confirmation](https://www.corbado.com/blog/dynamic-linking-passkeys-spc) (SPC), sind so
konzipiert, dass sie diese Transaktionsdetails in die kryptografische Signatur einbeziehen
und so diese kritische Anforderung erfüllen.

> Wenn Sie an technischen Details für Passkeys im Zahlungsverkehr interessiert sind, z. B.
> wie man als Zahlungsanbieter iframes nutzt, lesen Sie bitte diesen Artikel über Passkeys
> und iframes.

## 3. Mastercards Weg zu Passkeys

Die Einführung von [Payment Passkeys](https://www.corbado.com/faq/payment-passkeys) durch Mastercard ist kein
isoliertes Ereignis, sondern der Höhepunkt eines langfristigen strategischen Engagements
zur Förderung der Zahlungssicherheit und zur Übernahme von Standards für die
[passwortlose Authentifizierung](https://www.corbado.com/de/glossary/ctap).

### 3.1 Mastercard als frühes Mitglied der FIDO Alliance

Mastercard ist eines der frühen Mitglieder der [FIDO Alliance](https://www.corbado.com/glossary/fido-alliance),
der treibenden Kraft hinter Passkeys & WebAuthn, der sie bereits 2012 beigetreten sind.

### 3.2 Mastercard Biometric Authentication Service

In der Vergangenheit hat Mastercard bereits den **Mastercard Biometric Authentication
Service** eingeführt, der ein erster Schritt in Richtung Passkeys war. Dieser Dienst war
bereits auf die Einhaltung der
[FIDO](https://www.corbado.com/de/blog/emv-3ds-acs-passkeys-fido-und-spc)-Standards ausgelegt.

### 3.3 Mastercard & Secure Payment Confirmation (SPC)

Im September 2023 gab Mastercard ein Update zu Passkeys und der
[Secure Payment Confirmation](https://www.corbado.com/blog/dynamic-linking-passkeys-spc) (SPC). Darin teilte
Mastercard seine Sicht auf die potenziellen Prozesse von **Standard-Passkey vs.
SPC-Passkey**. Die Mockups waren bereits sehr detailliert (wie Sie unten sehen werden).

### 3.4 Start des Mastercard Payment Passkey Service in Indien im August 2024

Im August 2024
[startete Mastercard seinen Payment Passkey Service in Indien](https://newsroom.mastercard.com/news/press/2024/august/mastercard-selects-india-for-the-global-launch-of-its-payment-passkey-service-accelerating-secure-online-checkout-for-millions-of-shoppers/),
einem Markt, der durch hohes digitales Zahlungsvolumen und eine starke mobile Nutzung
gekennzeichnet ist. Dieser erste Start diente wahrscheinlich als groß angelegter Test für
Skalierbarkeit und Effektivität, insbesondere in einer Umgebung, in der OTP-basierter
Betrug ein bekanntes Problem ist.

### 3.5 Expansion in die Regionen APAC, Lateinamerika & MEA

Nach dem Start in Indien erweiterte Mastercard den Service auf andere Schlüsselregionen,
darunter
[Asien-Pazifik](https://newsroom.mastercard.com/news/ap/en/newsroom/press-releases/en/2024/mastercard-goes-otp-free-in-apac-for-faster-safer-online-transactions/)
(zunächst Singapur),
[Lateinamerika](https://www.biometricupdate.com/202412/mastercard-brings-payment-passkey-service-to-latin-america)
(beginnend mit Brasilien) und den Nahen Osten und Afrika (MEA), beginnend mit den
Vereinigten Arabischen Emiraten. Dieser regionenweise Ansatz ermöglicht es Mastercard,
seine Implementierung und Partnerschaften an die lokalen Marktdynamiken und
regulatorischen Gegebenheiten anzupassen.

Ein entscheidendes Element dieser Strategie ist die Betonung von Partnerschaften. In jeder
Startregion hat Mastercard eng mit wichtigen lokalen Akteuren zusammengearbeitet,
einschließlich Zahlungsaggregatoren:

- Zahlungsaggregatoren:
    - Indien: Juspay, Razorpay oder PayU
    - Lateinamerika: Yuno
    - MEA: noon Payments, Tap Payments
- Online-Händler:
    - Indien: bigbasket
    - Lateinamerika: Sympla
- Führende Banken: (wie
    - Indien: Axis Bank
    - Singapur: DBS oder UOB

Diese Partnerschaften sind unerlässlich, um den
[Payment Passkey Service](https://www.corbado.com/de/blog/visa-passkeys) in bestehende Zahlungssysteme zu
integrieren, lokale Vorschriften zu berücksichtigen und eine breite Kundenbasis zu
erreichen. Dies zeigt ein flexibles, kollaboratives Modell anstelle eines
Top-Down-Ansatzes, der für alle gleich ist.

### 3.6 Mastercard führt Passkey-Authentifizierung in Europa im Juni 2025 ein

Seit Juni 2025 hat Mastercard seine Strategie für sichere Checkouts in ganz Europa
erheblich vorangetrieben. Das Unternehmen erzielte wesentliche Fortschritte, die
hauptsächlich durch die breite Einführung der Tokenisierung angetrieben wurden, wobei fast
[50 % der europäischen E-Commerce-Transaktionen](https://mobileidworld.com/mastercard-launches-passkey-authentication-in-europe-achieves-50-e-commerce-adoption/)
nun diese Technologie nutzen. Die Tokenisierung ersetzt sensible Zahlungskartennummern
durch sichere digitale Token, was die Offenlegung von Kundenzahlungsdetails reduziert und
die Sicherheit erheblich erhöht.

Parallel dazu hat Mastercard mit der Einführung von
[Payment Passkeys](https://www.corbado.com/faq/payment-passkeys) begonnen, mit namhaften frühen Partnern wie
Dintero, Netopia und Solidgate. Obwohl [Payment Passkeys](https://www.corbado.com/faq/payment-passkeys) im
Vergleich zur Tokenisierung noch in den Anfängen stecken, steht ihre Einführung im
Einklang mit der umfassenderen Vision von Mastercard für einen passwortlosen,
reibungslosen [E-Commerce](https://www.corbado.com/passkeys-for-e-commerce).

**Wichtige Erfolge in Europa:**

- **Einführung der Tokenisierung:** Fast die Hälfte des europäischen
  [E-Commerce](https://www.corbado.com/passkeys-for-e-commerce) ist jetzt durch Tokenisierung gesichert.
- **Breite Abdeckung:**
    - Tokenisierung in 45 europäischen Ländern eingeführt.
    - Click to Pay (passwortloser Checkout) in 26 Märkten aktiv, mit einer Verdopplung der
      Anmeldungen innerhalb eines Jahres.
- **Frühe Passkey-Implementierung:** Payment Passkeys mit ausgewählten europäischen
  Zahlungsanbietern eingeführt.

> „Ein Jahr nach Beginn unserer Reise zur 100%igen Tokenisierung und Authentifizierung
> gewinnt Europa stark an Dynamik. Unser oberstes Ziel bleibt klar: ein nahtloses,
> sicheres und passwortloses Checkout-Erlebnis in jedem europäischen Markt bis 2030.“ –
> Brice van de Walle, EVP bei Mastercard

Diese Entwicklungen unterstreichen die zweigleisige Strategie von Mastercard: ein robuster
Ausbau der Tokenisierung heute, ergänzt durch die strategische, zukunftsorientierte
Einführung von Payment Passkeys.

## 4. Wie Mastercard Payment Passkeys funktionieren: Ein technischer Einblick

Mastercard Payment Passkeys werden durch den **Mastercard Token Authentication Service
(TAS)** ermöglicht. TAS ist die zugrundeliegende
[Infrastruktur](https://www.corbado.com/passkeys-for-critical-infrastructure), die es Händlern und digitalen
Wallets ermöglicht, Verbrauchern die Möglichkeit zu bieten, ihre Online-Transaktionen
mithilfe von [Biometrie](https://www.corbado.com/de/blog/biometrie-payer-awareness) zu authentifizieren, die mit
ihrem Mastercard-Passkey verknüpft ist, und so traditionelle Passwörter oder OTPs zu
ersetzen. Dieser Dienst arbeitet nicht isoliert. Er ist tief in andere Kerntechnologien
von Mastercard integriert, insbesondere in die Tokenisierung und potenziell in das EMV
3DS-Framework, und hält sich dabei an globale Standards.

### 4.1 Integration mit dem Tokenisierungsdienst von Mastercard

Ein wesentlicher Aspekt des Dienstes ist seine Integration mit dem Tokenisierungsdienst
von Mastercard, oft als MDES (Mastercard Digital Enablement Service) bezeichnet. Die
Tokenisierung ist eine entscheidende Sicherheitsmaßnahme, die die tatsächliche 16-stellige
Primary Account Number (PAN) des Verbrauchers durch einen eindeutigen digitalen
Identifikator oder „Token“ ersetzt. Dieser Token ist spezifisch für ein bestimmtes Gerät,
einen Händler oder einen Transaktionskontext. Wenn eine Transaktion stattfindet, wird nur
der Token übertragen, was bedeutet, dass der Händler die echte [PAN](https://www.corbado.com/glossary/pan)
niemals speichern oder handhaben muss, was das Risiko im Zusammenhang mit
Datenschutzverletzungen erheblich reduziert. Mastercard Payment Passkeys dienen dann als
Mechanismus, um die Absicht des legitimen Nutzers zu authentifizieren, diese tokenisierte
Anmeldeinformation für eine bestimmte Transaktion zu verwenden.

### 4.2 Biometrische Daten werden niemals mit Mastercard oder Händlern geteilt

Die Authentifizierung selbst nutzt den auf dem Gerät des Nutzers gespeicherten Passkey,
der über [Gerätebiometrie](https://www.corbado.com/de/blog/passkeys-lokale-biometrie-native-apps) (Fingerabdruck,
Gesichtsscan) oder die Geräte-PIN/den Passcode entsperrt wird. Es ist wichtig zu
verstehen, dass die zur Entsperrung des Passkeys verwendeten biometrischen Daten sicher
auf dem Gerät des Nutzers verbleiben und niemals mit Mastercard, dem Händler oder einer
anderen dritten Partei geteilt werden. Der Passkey-Mechanismus bestätigt lediglich die
erfolgreiche lokale Authentifizierung (z. B. [Face ID](https://www.corbado.com/faq/is-face-id-passkey), Touch
ID), bevor der kryptografische Signaturprozess fortgesetzt werden kann.

### 4.3 Mastercard Payment Passkeys & EMV 3DS

Obwohl die spezifischen Implementierungsdetails variieren, arbeiten Payment Passkeys
wahrscheinlich innerhalb oder neben dem **EMV 3-D Secure (3DS)**-Framework, dem
Industriestandard zur Sicherung von **Card-Not-Present (CNP)-Transaktionen**. EMV 3DS
erleichtert den Austausch von umfangreichen Transaktionsdaten zwischen dem Händler und dem
Karten-Herausgeber, sodass der Herausgeber Risikobewertungen durchführen kann. Wenn die
Transaktion als hochriskant eingestuft wird, kann der Herausgeber den Nutzer zu einer
zusätzlichen Authentifizierung (SCA) auffordern („Challenge“). Mastercard Payment Passkeys
bieten eine sichere und potenziell viel reibungslosere Methode zur Erfüllung dieser
[SCA](https://www.corbado.com/de/blog/passkeys-fuer-zahlungsanbieter-drittanbieter-sdk)-Challenge im Vergleich zu
traditionellen Methoden wie OTPs. Die verwandten Dienste von Mastercard, wie Identity
Check Express und [Delegated Authentication](https://www.corbado.com/blog/delegated-sca-psd3-passkeys) für
Händler, nutzen explizit
[FIDO](https://www.corbado.com/de/blog/emv-3ds-acs-passkeys-fido-und-spc)/WebAuthn-Funktionen innerhalb des EMV
3DS-Flows, was es Händlern (mit Erlaubnis des Herausgebers) ermöglicht, die
Authentifizierung im Namen des Herausgebers mit diesen modernen Methoden durchzuführen.

Die Synergie zwischen Passkeys und Tokenisierung schafft eine mehrschichtige
Sicherheitsarchitektur. Passkeys sichern den Schritt der Benutzerauthentifizierung und
verhindern, dass unbefugte Personen Transaktionen initiieren. Die Tokenisierung schützt
die zugrundeliegenden Zahlungsdaten und minimiert den Wert von Daten, die bei potenziellen
Sicherheitsverletzungen offengelegt werden könnten. Dieser kombinierte Ansatz bekämpft
Betrug aus mehreren Blickwinkeln und macht den gesamten Transaktionsprozess deutlich
widerstandsfähiger. Darüber hinaus ist die Integration der
[Passkey-Authentifizierung](https://www.corbado.com/de/blog/passkey-anbieter) in die etablierte EMV
3DS-[Infrastruktur](https://www.corbado.com/passkeys-for-critical-infrastructure) ein pragmatischer Ansatz, der
die Einführung erleichtert. Er ermöglicht es Kartenherausgebern und Acquirern, Sicherheit
und User Experience zu verbessern, indem sie ihre bestehenden Investitionen in die
3DS-Technologie nutzen, anstatt die Bereitstellung völlig separater
Authentifizierungssysteme zu erfordern.

> **EMV 3DS (3-Domain Secure)** mit Authentifizierung durch den Kartenherausgeber ist ein
> Sicherheitsprotokoll, das die Sicherheit von Online-Kartenzahlungen erhöhen soll. Es
> beinhaltet einen zusätzlichen Schritt, bei dem der Karten-Herausgeber (z. B. Mastercard,
> [Visa](https://www.corbado.com/blog/visa-passkeys), American Express) die
> [Identität](https://www.corbado.com/de/blog/digital-credentials-api) des Karteninhabers überprüft, oft durch
> Methoden wie ein Passwort, einen biometrischen Scan oder ein an sein Mobiltelefon
> gesendetes OTP. Dieser Prozess hilft, Betrug zu reduzieren und die
> Transaktionssicherheit zu erhöhen, indem sichergestellt wird, dass der tatsächliche
> Karteninhaber den Kauf autorisiert.

## 5. Optimierter Checkout: User Experience mit Mastercard Passkeys

Ein Hauptziel von Mastercard Payment Passkeys ist es, das Online-Checkout-Erlebnis zu
revolutionieren, indem es schneller, einfacher und sicherer wird, indem die mit
Passwörtern und OTPs verbundene Reibung beseitigt wird. Die User Journey umfasst sowohl
die erstmalige Erstellung des Passkeys als auch dessen anschließende Verwendung zur
Authentifizierung von [Zahlungen](https://www.corbado.com/de/blog/digitale-nachweise-zahlungen).

### 5.1 Beispiel: Passkey-Erstellung während des Checkouts

Benutzer können an mehreren Stellen ihrer Interaktion mit Mastercard-Diensten aufgefordert
werden, einen Mastercard [Payment](https://www.corbado.com/passkeys-for-payment) Passkey zu erstellen. Gängige
Szenarien sind:

- **Während des Checkouts:** Oft wird die Option, einen Passkey zu erstellen, angeboten,
  nachdem ein Benutzer einen traditionellen Authentifizierungsschritt für eine Transaktion
  erfolgreich abgeschlossen hat, wie z. B. eine EMV 3DS-Challenge mit einem OTP oder einer
  anderen Methode. Dieses kontextbezogene Onboarding nutzt die unmittelbare Erfahrung des
  Benutzers mit potenziell reibungsintensiveren Methoden, um den Vorteil eines
  reibungsloseren zukünftigen Checkouts hervorzuheben.
- **Innerhalb von Issuer-Anwendungen:** Banken, die Mastercards ausgeben, können den
  Passkey-Erstellungsprozess direkt in ihre mobilen
  [Banking](https://www.corbado.com/de/blog/revolut-passkeys-analyse)-Apps integrieren, sodass Benutzer proaktiv
  einen Passkey mit ihrer Karte verknüpfen können.
- **Beim Hinzufügen einer Karte:** Die Option kann auch angeboten werden, wenn ein
  Benutzer seine Mastercard zu einer digitalen Geldbörse hinzufügt oder sie als
  Card-on-File (CoF) bei einem Händler oder einem Dienst wie Click to Pay speichert.

Lassen Sie uns kurz das Beispiel der Passkey-Erstellung während des Checkouts analysieren.

Nach dem Klick auf den „Bezahlen“-Button wird der Nutzer vom Beispiel-Shop
(`https://decorshop.com`) auf eine von Mastercard gehostete Webseite
(`https://verify.mastercard.com`) weitergeleitet. Diese Seite ist Teil des EMV
3DS-Authentifizierungsprozesses.

Nachdem dieser Prozess erfolgreich abgeschlossen wurde, hat der Nutzer die Möglichkeit,
einen Passkey zu erstellen. Beachten Sie, dass dieser Passkey für die
[Relying Party](https://www.corbado.com/glossary/relying-party) ID von Mastercard (z. B. `verify.mastercard.com`
oder `mastercard.com`) erstellt wird. Der Passkey wird also nicht bei dem Händler
registriert, an den der Nutzer das Geld überweisen möchte. Dies ermöglicht es, denselben
Passkey bei jedem Händler zu verwenden, der den
[Payment Passkey Service](https://www.corbado.com/de/blog/visa-passkeys) von Mastercard nutzt, und nicht nur bei
diesem speziellen Händler.

![Mastercard Passkeys Registration during Checkout](https://www.corbado.com/website-assets/mastercard_passkeys_registration_after_authentication_1_25207ee37b.png)
_Entnommen aus
[https://www.w3.org/2023/Talks/mc-passkeys-20230911.pdf](https://www.w3.org/2023/Talks/mc-passkeys-20230911.pdf)_

Nach der Entscheidung, einen Passkey zu erstellen, wird die lokale Authentifizierung
durchgeführt (hier ein [Android](https://www.corbado.com/blog/how-to-enable-passkeys-android)-Smartphone, das den
Passkey im [Google Password Manager](https://www.corbado.com/blog/how-to-use-google-password-manager) gespeichert
hat). Nach Abschluss der Passkey-Erstellung wird der Nutzer von der Mastercard-Website
zurück zum Shop geleitet.

![Mastercard Passkeys Registration Complete after Authentication](https://www.corbado.com/website-assets/mastercard_passkeys_registration_after_authentication_2_aaff36e0e8.png)
_Entnommen aus
[https://www.w3.org/2023/Talks/mc-passkeys-20230911.pdf](https://www.w3.org/2023/Talks/mc-passkeys-20230911.pdf)_

### 5.2 Beispiel: Passkey-Login während des Checkouts

Sobald ein Benutzer einen Mastercard [Payment](https://www.corbado.com/passkeys-for-payment) Passkey mit seinen
Kartendaten verknüpft hat, wird der Checkout-Prozess bei teilnehmenden Händlern erheblich
optimiert:

1. **Kartenauswahl:** Der Benutzer initiiert den Checkout und wählt seine Mastercard aus.
   Dies kann eine sicher über den **Click to Pay**-Service von Mastercard gespeicherte
   Karte sein, die direkt beim Händler gespeichert ist (**Secure Card on File - SCOF**)
   oder sogar während eines Gast-Checkouts eingegeben wird.
2. **Authentifizierungsaufforderung:** Anstatt nach einem Passwort, CVV oder OTP gefragt
   zu werden, wird der Benutzer aufgefordert, sich mit seinem Mastercard Payment Passkey
   zu authentifizieren. Der genaue Ablauf kann variieren:
    - **Standard-Passkey-Ablauf:** Der Benutzer könnte eine kurze, nahtlose Weiterleitung
      zu einer von Mastercard kontrollierten Domain (z. B. `verify.mastercard.com`)
      erleben. Hier erscheint die Standard-WebAuthn-Aufforderung, die den Benutzer bittet,
      die Transaktion mit dem biometrischen Sensor oder der PIN seines Geräts zu
      bestätigen. Nach erfolgreicher lokaler Authentifizierung wird er zur Händlerseite
      zurückgeleitet, um den Kauf abzuschließen. Dieser Ablauf findet in einem
      Erstanbieter-Kontext statt, bei dem sich der Benutzer direkt bei Mastercard
      authentifiziert.
    - **Secure Payment Confirmation (SPC)-Ablauf (potenziell):** Ein alternativer,
      potenziell nahtloserer Ablauf beinhaltet [SPC](https://www.corbado.com/blog/dynamic-linking-passkeys-spc).
      In diesem Szenario bleibt der Benutzer auf der Website des Händlers. Ein
      browser-natives Pop-up erscheint, das wichtige Transaktionsdetails (Händlername,
      Betrag, teilweise Karteninformationen) anzeigt und direkt zur
      [Passkey-Authentifizierung](https://www.corbado.com/de/blog/passkey-anbieter) auffordert. Dies eliminiert
      die Weiterleitung vollständig und bietet ein starkes
      [Dynamic Linking](https://www.corbado.com/blog/dynamic-linking-passkeys-spc), indem Transaktionsdetails in
      die Authentifizierungsanfrage eingebettet werden. Bitte beachten Sie, dass
      [SPC](https://www.corbado.com/blog/dynamic-linking-passkeys-spc)-Passkeys sich noch in einer Konzeptphase
      befinden und es nicht entschieden ist, ob sie jemals allgemein verfügbar sein werden
      (hauptsächlich, weil Apple es nicht vorantreibt). Dieser Ablauf würde in einem
      Drittanbieter-Kontext funktionieren, bei dem der Händler die Authentifizierung für
      den Mastercard-Passkey aufruft, wahrscheinlich unter Verwendung von
      Anmeldeinformationen, die über EMV 3DS geteilt werden.

![Mastercard Passkeys Authentication During Checkout](https://www.corbado.com/website-assets/mastercard_passkeys_authentication_during_checkout_3073ff1c16.png)
_Entnommen aus
[https://www.w3.org/2023/Talks/mc-passkeys-20230911.pdf](https://www.w3.org/2023/Talks/mc-passkeys-20230911.pdf)_

### 5.3 Integration mit Click to Pay

Die Synergie zwischen **Mastercard Payment Passkeys** und **Click to Pay** ist besonders
bemerkenswert. Click to Pay bietet Verbrauchern eine standardisierte, sichere Möglichkeit,
ihre tokenisierten Kartendetails für einen einfacheren Online-Checkout bei teilnehmenden
Händlern zu speichern. Payment Passkeys dienen als moderne, biometrische
Authentifizierungsschicht für den Zugriff auf und die Verwendung dieser gespeicherten
Click to Pay-Anmeldeinformationen. Diese Kombination ist der Schlüssel zu einem echten
„Ein-Klick“-Checkout-Erlebnis, das sowohl die manuelle Karteneingabe als auch
Passwort-/OTP-Abfragen überflüssig macht. Der weltweit erste Start eines integrierten
Click to Pay mit Payment Passkey-Service durch Mastercard und Tap Payments unterstreicht
diese strategische Ausrichtung. Dies nutzt die bestehende Click to
Pay-[Infrastruktur](https://www.corbado.com/passkeys-for-critical-infrastructure) und das Händlernetzwerk und
bietet einen leistungsstarken Skalierungsmechanismus für die Einführung von Payment
Passkeys.

Die folgende Tabelle fasst die Hauptmerkmale der potenziellen Authentifizierungsabläufe
zusammen:

| **Merkmal**                   | **Standard-Passkey-Ablauf**                       | **SPC-Passkey-Ablauf**                                       |
| ----------------------------- | ------------------------------------------------- | ------------------------------------------------------------ |
| **Standort des Nutzers**      | Kurze Weiterleitung zur Mastercard-Domain         | Bleibt auf der Händler-Domain                                |
| **Authentifizierungskontext** | Erstanbieter (Nutzer authentifiziert sich bei MC) | Drittanbieter (Händler ruft Auth für MC auf)                 |
| **User Experience**           | Nahtlose Weiterleitung, WebAuthn-Aufforderung     | Keine Weiterleitung, Browser-Pop-up mit Details              |
| **Dynamic Linking**           | Erreicht durch EMV 3DS-Datenaustausch             | In SPC-Aufforderung/Signatur integriert                      |
| **Aktueller Status**          | Weit verbreitet über WebAuthn anwendbar           | Potenziell begrenzte/sich entwickelnde Browser-Unterstützung |

## 6. Vorteile von Mastercard Passkeys für Händler und Verbraucher

Für Händler bedeutet die Einführung des Mastercard
[Payment Passkey Service](https://www.corbado.com/de/blog/visa-passkeys) / Token Authentication Service:

- **Weniger Betrug und Chargebacks**: Dies ist wohl der größte Vorteil. Indem die
  Authentifizierung direkt an die einzigartige Biometrie oder Geräte-PIN des Nutzers über
  [Phishing](https://www.corbado.com/glossary/phishing)-resistente Passkeys gebunden wird, sinkt das Risiko von
  unautorisierten Transaktionen drastisch. Die zugrundeliegende Verwendung der
  Tokenisierung schützt die Kartendaten zusätzlich. Diese stärkere Authentifizierung kann
  auch zu einer Haftungsverschiebung bei bestimmten Betrugsarten führen, ähnlich den
  Vorteilen, die bei der Einführung von EMV 3DS zu beobachten sind. Fallstudien, wie die
  von noon Payments, berichten explizit von einer verringerten Betrugsinzidenz nach der
  Implementierung von Payment Passkeys und Click to Pay.
- **Erhöhte Genehmigungs- und Konversionsraten**: Reibung beim Checkout ist eine
  Hauptursache für Warenkorbabbrüche. Die Beseitigung der Notwendigkeit, sich an
  Passwörter zu erinnern oder OTPs einzugeben, glättet den Zahlungsvorgang und führt zu
  höheren Abschlussraten. Darüber hinaus gibt das starke Authentifizierungssignal von
  Passkeys den ausgebenden Banken mehr Vertrauen, Transaktionen zu genehmigen, was die
  Wahrscheinlichkeit kostspieliger fälschlicher Ablehnungen verringert. Höhere
  Genehmigungsraten führen direkt zu mehr Umsatz und Einnahmen. Partner wie Yuno haben
  festgestellt, dass Passkeys höhere Konversionsraten bewirken.
- **Verbesserte Kundenerfahrung und Markenimage**: Das Angebot eines hochmodernen,
  sicheren und mühelosen Checkout-Prozesses steigert die Kundenzufriedenheit und baut
  Vertrauen in die Marke des Händlers auf. Eine nachweislich sicherere Zahlungsmethode
  anzubieten, kann ein Wettbewerbsvorteil sein.

Für Verbraucher ermöglicht dieser Service:

- **Nahtloser und schnellerer Checkout**: Der unmittelbarste Vorteil ist die Beseitigung
  von Aufwand. Benutzer müssen sich keine komplexen Passwörter mehr merken oder auf OTPs
  warten und diese manuell eingeben. Die Authentifizierung erfolgt schnell mit denselben
  vertrauten biometrischen Daten (z. B. Face ID, Touch ID), die zum Entsperren ihres
  Telefons verwendet werden. Die Natur „einmal anmelden, überall verwenden“ bei
  teilnehmenden Händlern sorgt für erheblichen Komfort.
- **Erhöhte Sicherheit und Sorgenfreiheit**: Payment Passkeys bieten eine grundlegend
  stärkere Sicherheit als Passwörter oder OTPs. Sie sind resistent gegen
  [Phishing](https://www.corbado.com/glossary/phishing) und viele Formen des Online-Betrugs. Das Wissen, dass
  Transaktionen durch Biometrie geschützt sind, gibt den Verbrauchern mehr Vertrauen und
  Sorgenfreiheit beim Online-Einkauf.
- **Datenschutz**: Da biometrische Daten auf dem Gerät verbleiben und die Tokenisierung
  die tatsächliche Kartennummer schützt, werden während der Transaktion weniger sensible
  Informationen übertragen.

Die folgende Tabelle fasst das Wertversprechen für jede
[Stakeholder](https://www.corbado.com/blog/passkeys-stakeholder)-Gruppe zusammen:

| **Vorteilskategorie** | **Vorteil für Händler**                                                                                                   | **Vorteil für Verbraucher**                                                                                                                            |
| --------------------- | ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- | ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ |
| **Sicherheit**        | Reduzierter Betrug & Chargebacks, Geringeres Risiko, Potenzielle Haftungsverschiebung                                     | Phishing-resistente MFA, Biometrische Sicherheit, Sorgenfreiheit                                                                                       |
| **Effizienz**         | Höhere Genehmigungs-/Konversionsraten, Schnellerer Checkout, Weniger Warenkorbabbrüche                                    | Schnellerer & nahtloser Checkout, Keine Passwörter/OTPs                                                                                                |
| **Komfort**           | Vereinfachte Integration (über TAS/Click to Pay)                                                                          | Einmalige Anmeldung, Nutzung bei verschiedenen Händlern, Vertraute Geräteentsperrung                                                                   |
| **Kosten**            | Reduzierte Betrugsverluste, Potenziell niedrigere Betriebskosten (z. B. weniger Supportanrufe für Passwort-Resets/Betrug) | (Indirekter Vorteil durch Sicherheit, Zeitersparnis, potenziell weniger Probleme im Zusammenhang mit Betrug oder fehlgeschlagenen Authentifizierungen) |

## 7. Auswirkungen für Händler und Entwickler

Für Händler und Entwickler, die die Vorteile von Mastercard Payment Passkeys nutzen
möchten, erfolgt die Integration über den Mastercard Token Authentication Service (TAS).
TAS ist so konzipiert, dass es in Verbindung mit den bestehenden Tokenisierungs- und
Checkout-Lösungen von Mastercard, hauptsächlich **Click to Pay** und **Secure Card on File
(SCOF)**, funktioniert. Im Wesentlichen bietet TAS die fortschrittliche biometrische
Authentifizierungsschicht für Transaktionen, die Anmeldeinformationen verwenden, die
bereits über diese Dienste tokenisiert und gespeichert wurden.

> Wenn Sie an technischen Details für Passkeys im Zahlungsverkehr interessiert sind, z. B.
> wie man als Zahlungsanbieter iframes nutzt, lesen Sie bitte diesen Artikel über Passkeys
> und iframes.

Dieser Ansatz, die [Passkey-Authentifizierung](https://www.corbado.com/de/blog/passkey-anbieter) in etablierte
Dienste wie Click to Pay und SCOF zu integrieren, zielt darauf ab, die Störungen für
Händler zu minimieren. Anstatt einen völlig neuen Integrationsweg zu erfordern, könnten
Unternehmen, die diese Mastercard-Lösungen bereits nutzen, feststellen, dass das
Hinzufügen von Passkey-Unterstützung ein optimierterer Prozess ist, der ihre bestehende
Infrastruktur nutzt.

Mastercard stellt Ressourcen für die Integration über das Mastercard Developers Portal
(developer.mastercard.com) zur Verfügung. Diese Ressourcen umfassen SDKs und APIs, die die
Implementierung von TAS-Funktionalitäten erleichtern sollen. Während detaillierte
technische Spezifikationen den Zugriff auf das Portal erfordern, zeigen
Dokumentationsausschnitte spezifische Anwendungsfälle und API-Aufrufe im Zusammenhang mit
der Passkey-Verwaltung im Zahlungskontext, wie z. B. „Create Passkey after ID\&V“
(Identity & Verification), „Create Passkey after Transaction Authentication“ und „Use
Passkey for Transaction Authentication“. Das Vorhandensein dieser definierten Funktionen
deutet darauf hin, dass für Entwickler ein strukturiertes und ausgereiftes
Integrationsframework verfügbar ist.

Ein offizielles Video, das das Konzept erklärt, ist ebenfalls verfügbar:

[Watch on YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=qaBEFt-Axx8)

Händler und Entwickler, die an der Implementierung von Mastercard Payment Passkeys
interessiert sind, sollten das Mastercard Developers Portal für detaillierte
Dokumentationen, SDKs, APIs und spezifische Integrationsleitfäden konsultieren, die für
ihre gewählte Plattform (z. B. Click to Pay, SCOF) und technische Umgebung relevant sind.

## 8. Die Zukunft der Zahlungsauthentifizierung: Mastercard, Visa & American Express

Die Einführung des Payment Passkey Service von Mastercard ist eine bedeutende Entwicklung
und markiert ein klares Bekenntnis eines großen Zahlungsnetzwerks, über Passwörter und
OTPs hinauszugehen und sich in Richtung einer sichereren und benutzerfreundlicheren
biometrischen Authentifizierung zu bewegen. Dies steht im Einklang mit der umfassenderen
Vision von Mastercard für die Zukunft des [E-Commerce](https://www.corbado.com/passkeys-for-e-commerce), die
vorsieht, die manuelle Karteneingabe in Regionen wie Europa bis 2030 vollständig
abzuschaffen und stattdessen auf Tokenisierung und nahtlose Authentifizierungsmethoden wie
Passkeys zu setzen.

Mastercard ist bei diesem Unterfangen nicht allein. [Visa](https://www.corbado.com/blog/visa-passkeys) hat seinen
eigenen, ähnlich benannten [Visa](https://www.corbado.com/blog/visa-passkeys) Payment Passkey Service eingeführt.
Wie das Angebot von Mastercard basiert auch der Service von Visa auf
[FIDO](https://www.corbado.com/de/blog/emv-3ds-acs-passkeys-fido-und-spc)-Standards, nutzt
[Gerätebiometrie](https://www.corbado.com/de/blog/passkeys-lokale-biometrie-native-apps), zielt darauf ab,
Passwörter/OTPs zu ersetzen, integriert sich mit Tokenisierung und Click to Pay und betont
die doppelten Vorteile von erhöhter Sicherheit (Betrugsreduzierung) und verbesserter User
Experience. Visa hebt potenzielle Betrugsratenreduzierungen von bis zu 50 % im Vergleich
zu SMS-OTPs hervor und weist auf eine breite Betriebssystem- und Browser-Unterstützung für
FIDO hin. Eine potenzielle Unterscheidung, die in den Materialien von Visa erwähnt wird,
ist das Konzept der „von Visa verwalteten Authentifizierungsunterstützung“ oder eines
„föderierten Modells“, bei dem Visa die Kernkomplexität der FIDO-Authentifizierung
übernimmt, was die Integration für Händler und Kartenherausgeber potenziell vereinfacht.
Die parallelen Strategien und sogar ähnlichen Namenskonventionen, die von den beiden
größten Kartennetzwerken übernommen wurden, deuten stark auf eine branchenweite Konvergenz
hin zu FIDO-Passkeys als zukünftigem Standard für die Authentifizierung von
Online-[Zahlungen](https://www.corbado.com/de/blog/digitale-nachweise-zahlungen) hin. Dieser koordinierte Vorstoß
kommt dem gesamten Ökosystem zugute, indem er die Interoperabilität fördert und die
Fragmentierung reduziert.

American Express integriert ebenfalls aktiv moderne Authentifizierungstechnologien. Obwohl
sie (Stand Mai 2025) keine eigenständige Marke „Payment Passkey Service“ wie Visa und
Mastercard eingeführt haben, haben sie FIDO/WebAuthn-basierte biometrische Funktionen
(Gesichts- und Fingerabdruckerkennung) direkt in ihre bestehende SafeKey-Plattform
integriert. SafeKey selbst basiert auf dem EMV [3-D Secure](https://www.corbado.com/glossary/3d-secure)-Standard.
American Express, ebenfalls Vorstandsmitglied der
[FIDO Alliance](https://www.corbado.com/glossary/fido-alliance), nutzt also dieselbe Kerntechnologie für die
[passwortlose Authentifizierung](https://www.corbado.com/de/glossary/ctap), bettet sie aber in ihr etabliertes
Sicherheitsframework ein. Dies könnte eine andere Markenstrategie widerspiegeln, die die
Bekanntheit von SafeKey nutzt, oder potenziell architektonische Unterschiede, die sich aus
ihrem Netzwerkmodell ergeben. Dennoch ist die Richtung konsistent: Nutzung von
geräteinterner Biometrie und FIDO-Standards für eine stärkere, reibungslosere
Online-Authentifizierung.

## 9. Fazit

Die Einführung des **Mastercard Payment Passkey Service** stellt einen Wendepunkt in der
Entwicklung der Online-Zahlungssicherheit und UX dar. Durch die Übernahme von
FIDO-Passkey-Standards und deren enge Integration mit Tokenisierung und bestehenden
Checkout-Lösungen wie Click to Pay begegnet Mastercard den entscheidenden Schwächen der
traditionellen passwort- und OTP-basierten Authentifizierung.

Diese Initiative bietet erhebliche Vorteile für das gesamte Zahlungsökosystem. Für
**Händler** verspricht sie eine signifikante Reduzierung von Betrugsverlusten und
Chargebacks, gepaart mit höheren Transaktionsgenehmigungsraten und einer verbesserten
Konversion durch einen reibungslosen Checkout-Prozess. Für **Verbraucher** bietet sie eine
schnellere, bequemere und nachweislich sicherere Möglichkeit, online zu bezahlen, indem
sie vertraute Gerätebiometrie nutzt und gleichzeitig die Notwendigkeit der
Passwortverwaltung oder des Umgangs mit OTPs beseitigt.

Die technologischen Grundlagen – die Kombination von Phishing-resistenter
Authentifizierung mit der Datenminimierung der Tokenisierung, alles im Rahmen etablierter
EMVCo-Standards – schaffen eine starke, mehrschichtige Verteidigung gegen Betrug. Der
strategische, partnerschaftsgetriebene globale Rollout von Mastercard signalisiert zudem
die Bedeutung und das langfristige Engagement hinter dieser Technologie.

Da Visa mit seinem eigenen Payment Passkey Service einen parallelen Weg einschlägt und
American Express ähnliche biometrische Funktionen in SafeKey integriert, ist die Richtung
klar: Passkeys werden schnell zum neuen Standard für die Sicherung digitaler Zahlungen.
